Медицинская клиника Ортоник
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Kyphoplastie

Synonyme


Wirbelkörperaufrichtung, Ballondillatation, Zementieren des Wirbelkörpers
Einführung
Wirbelkörperfrakturen älterer Menschen stellen sowohl sozioökonomisch als auch individuell ein bedeutendes Krankheitsbild dar. Rund 20 Millionen Männer und Frauen leben in Europa mit osteoporotischen Wirbelkörperdeformationen, etwa die Hälfte von ihnen leidet als Folge davon an einem chronischen Schmerzsyndrom.
Konsekutiv besteht bei diesen Patienten eine erheblich erhöhte Morbidität und eine um 23 bis 34 Prozent höhere Mortalität, meist aus respiratorischen Ursachen. Während sich osteosynthetische Korrekturverfahren angesichts des osteoporotischen Knochens und der häufig vorhandenen Komorbiditäten meist verbieten, ist auch die konservative Behandlung mit Bettruhe, Analgesie, Mobilisierung, gegebenenfalls Mieder- oder Korsettversorgung langwierig und für die Patienten erheblich belastend. Häufig mündet sie in den Teufelskreis Osteoporose - Fraktur - Schmerzen - Immobilisation - Verstärkung der Osteoporose - erhöhtes Risiko weiterer Frakturen.
Einen Ausweg stellen die in den vergangenen Jahren sich zunehmend verbreitenden Verfahren der Zementaugmentierung von verletzten Wirbelkörpern dar. Hierbei werden die Vertebroplastik und die Kyphoplastik unterschieden. Bei der Vertebroplastik wird in lokaler oder allgemeiner Anästhesie unter Durchleuchtung eine Knochenbiopsiekanüle mit manuellem Druck ein spezieller Knochenzement in den Wirbelkörper gespritzt. In der Regel kann der Patient anschließend unmittelbar mobilisiert werden.
Weniger Schmerzen gleich nach der Operation.
Bei der Kyphoplastik handelt es sich um eine Weiterentwicklung der Vertebroplastik, die seit 1999 zunächst in den USA und jetzt zunehmend auch in Europa durchgeführt wird. Dabei wird der Patient zunächst in gleicher Weise gelagert, auch der Zugang erfolgt wie gewohnt. Über die transpedikulär eingebrachte Knochenbiopsiekanüle wird hier allerdings zunächst ein spezieller Ballonkatheter eingebracht und bis nahe an die Wirbelkörpervorderkante vorgeschoben. Dieser wird unter Druck bei seitlicher Durchleuchtungskontrolle und kontinuierlicher Druckmessung schrittweise mit Kontrastmittel gefüllt. Damit wird der frakturierte Wirbelkörper so weit als möglich wieder aufgerichtet .Bei suffizienter Anhebung oder bei Erreichen eines festgelegten Grenzdruckes wird die Ballonentfaltung beendet und der Ballon samt Kontrastmittel entfernt. Der so geschaffene Hohlraum wird nun unter geringem Druck mit zähflüssigem Knochenzement aufgefüllt. Abbildung 5 zeigt ein postoperatives Ergebnis. Ein Großteil der Patienten erfährt bereits unmittelbar postoperativ eine erhebliche Schmerzreduktion. Durch die meist am gleichen Tage mögliche Mobilisation kann so in vielen Fällen der oben beschriebene Teufelskreis wirkungsvoll durchbrochen werden.




Kyphoplastik ermöglicht:
  • komplette oder bei nah kompette Beseitigung der Schmerzen
  • die Verhinderung des weiteren Zusammensinkens des frakturierten Wirbelkörpers, und die Beseitigung der vorhandenen Deformität.
  • Die Wiederherstellung der physiologischen Krümmungen der Wirbelsäule.
Wann kann das Verfahren angewendet werden?

Diese Methode der Wirbelkörperstabilisierung ist ein modernes Operationsverfahren zur Behandlung eingebrochener (gesinterter) Wirbelkörper im Bereich der Brust- und Lendenwirbelsäule. Ein Einsatz an der Halswirbelsäule findet derzeit nicht statt.

Die Kyphoplastie (1998) ist speziell zur Therapie bei osteoporotischen Wirbelkörperbrüchen entwickelt worden. Ein Großteil der Patienten mit osteoporotischen Wirbelkörperfrakturen wird durch eine adäquate Schmerz- und Physiotherapie beschwerdefrei. 10-20% der Patienten leiden jedoch unter chronischen Rückenschmerzen. Nach Ausschluß anderer Ursachen, besteht für diese Patienten die Indikation für eine schmerzreduzierende Kyphoplastie. Bei folgenden Erkrankungen wird die Kyphoplastie mit Erfolg eingesetzt:
  • Frischen osteoporotischen Wirbelkörperfrakturen (Spontanfrakturen)
  • Frischen traumatischen Wirbelkörperfrakturen
  • Neoplastische Wirbelkörpereinbrüche (Tumore oder Metastasen)
Komplikationen

Komplikationen bei der Kyphoplastie sind sehr selten (ca. 0,2% pro Fraktur). Das Hauptrisiko besteht in einem Austritt von Knochenzement aus dem Wirbelkörper, der im Vergleich jedoch häufiger bei der Vertebroplastie gesehen wird (Vertebroplastie ca. 20-70%; Kyphoplastie ca. 4-10%). Die Ursache hierfür liegt in der Verwendung eines flüssigeren Knochenzementes und einer höheren Druckerzeugung bei der Injektion des Knochenzementes in den Wirbelkörper bei der Vertebroplastie. Dadurch kann es eher zu einem Entweichen von Knochenzement aus dem geschädigten Wirbelkörper kommen. Die meisten Knochenzementaustritte sind jedoch nicht mit postoperativen Beschwerden für den Patienten verbunden.. Schwerwiegende Komplikationen werden nur in Einzelfällen beschrieben.

Folgende Komplikationen werden beschrieben:
  • Austritt von Knochenzement in den Rückenmarkskanal
  • Epidurales Hämatom (Nachblutung)
  • Knochenzement induzierte Lungenembolien
  • Paradoxe zerebrale Embolien
  • Fettembolie
  • Angrenzende Wirbelkörperfrakturen
  • Störung des Rückenmarks beim Aufrichten oder Zementieren
Nach der Operation.

Man darf schon nach 2 Stunden sitzen und gehen. Es ist empfohlen nach der Operation eine Korsette für 2 Wochen zu tragen und anschließen mit der Physiotherapie anzufangen.

Ergebnisse

Für Kyphoplastie werden gute Ergebnisse bezüglich der Schmerzreduktion in der Forschungsliteratur angegeben. Eine bedeutsame Schmerzreduktion sollen in 80-95% der Fälle mit beiden Verfahren erreicht werden.

Die Ursache für die sofortige Schmerzreduktion liegt in der internen Stabilisierung des Wirbelkörpers, wodurch Mikrobewegungen reduziert werden, die Irritationen von Nervenfasern des Periostes (Knochenhaut) des Wirbelkörpers hervorrufen.

Bezüglich der Wiederherstellung der Wirbelkörperhöhe durch die Kyphoplastie zeigt sich eine durchschnittliche Wiederherstellung des gemessenen Höhenverlustes von ca. 40-50%. Nachuntersuchen zeigten jedoch, dass es innerhalb der ersten 3 Monate zu einem postoperativen Höhenverlust von 3-8% kommen kann. Darüber hinaus bleibt die Wirbelkörperhöhe nach bisherigem Kenntnisstand konstant.

Die besten Ergebnisse hinsichtlich der Wiederherstellung der Wirbelkörperhöhe wird bei frischen Frakturen beobachtet (bis 4 Wochen), weil es noch nicht zu einer knöchernen Durchbauung in der Fehlstellung gekommen ist

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